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24.01.07 / 15:13 / Kategorie: Presse Schweiz
Kommission will Offenlegung verschärfen

 

"Ich will nicht mehr zusehen, wie Spekulanten gute Firmen schnell und billig zusammenkaufen"

Karikatur von Nicolas Bischof

 

Pressemitteilungen Tages Anzeiger / Finanz und Wirtschaft

Sicher ist nur, wer teuer ist
Von Andreas Flütsch


Die Schweiz braucht Unternehmer wie Johann Schneider-Ammann, die nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn Abzocker und Spekulanten sich breit machen.

Er scheute sich auch nicht, Marcel Ospel und Daniel Vasella letztes Jahr öffentlich anzugreifen: Die Chefs von UBS und Novartis gefährdeten mit ihren Multimillionenbezügen den sozialen Frieden.
Im letzten Sommer mochte Schneider-Ammann nicht mehr zusehen, wie die Spekulanten Georg Stumpf und Ronny Pecik von Wien aus über Optionen grosse Beteiligungen an Firmen wie Unaxis und Saurer aufbauen konnten und die Öffentlichkeit erst davon erfuhr, als es bereits zu spät war. Der Berner FDP-Nationalrat und Präsident des Industrieverbandes Swissmem - also gewiss kein Linker - reichte im Parlament einen Vorstoss ein, der eine Verschärfung der Offenlegungspflichten bei Unternehmensbeteiligungen forderte. Dass das Duo Stumpf und Pecik jüngst mit minimalem Kapitaleinsatz Ascom faktisch unter seine Kontrolle gebracht hat und angeblich auch hinter Sulzer her ist, verlieh dem Vorstoss Schub. Gestern segnete die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates Schneider-Ammans Forderungen in seltener
Einmütigkeit ab. Die Vorlage hat damit gute Chancen, schon bald Gesetz zu werden. Spekulanten müssten dann viel früher und öfter bekannt geben, wie viel sie an einem Unternehmen besitzen.
Mehr Transparenz ist sicher hochwillkommen. Sie kann aber nicht verhindern, dass eine Traditionsfirma nach der anderen in fremde Hände gelangt. Ob Saia Burgess, Forbo, Unaxis, Saurer oder SIG, das Problem bleibt gleich: die Unternehmen wurden zu Übernahmezielen, weil sie an der Börse zu tief bewertet waren eine Einladung für Spekulanten, ein Schnäppchen zu machen.
An Börsen, die auf Heimatschutz verzichten, sind nur teure Firmen vor Angriffen halbwegs sicher. Sulzer setzt diese bittere Erkenntnis konsequent um: Die Konzernleitung redet unermüdlich den Kurs hoch und stützt diesen mit Aktienrückkäufen. Die für die Kurspflege eingesetzten Mittel fehlen jedoch anderweitig, etwa um neue Produkte zu entwickeln oder neue Märkte zu erschliessen.

© Tages-Anzeiger, 2007-01-24; Seite 1ges; Nummer

 

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Artikel in Finanz und Wirtschaft Ausg. Nr. 6/07 als pdf

 

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