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07.12.09 / 15:15 / Kategorie: Presse Schweiz, Politik Schweiz, Schwerpunkt
"Wir brauchen Ausländer"

 

Johann Schneider-Ammann (FDP) verteidigt Personenfreizügigkeit

Nationalrat Johann Schneider-Ammann erteilt der Forderung von Bundesrätin Calmy-Rey, bei der Stellenbesetzung Einheimische zu bevorzugen, eine Absage.

FABIAN RENZ
Der freie Personenverkehr mit der EU sorgt derzeit für politische Hektik: Die
SVP fordert die Kündigung des entsprechenden Abkommens, da die Ausländerzahl nicht wie prognostiziert zurückgehe; SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey verlangt von den Unternehmern, Arbeitsplätze in der Wirtschaftskrise vor allem an Ortsansässige zu vergeben. Nationalrat Johann Schneider-Ammann, unternehmerisches Schwergewicht der FDP, bricht im Interview mit dieser Zeitung nun eine Lanze für den freien Arbeitsmarkt. Die Schweizer Firmenchefs seien darauf angewiesen, für ihre Betriebe die besten Leute rekrutieren zu können – wenn nötig auch jenseits der Grenzen. «Wir brauchen die Ausländer», sagt Schneider-Ammann. Den Vorwurf, Schweizer Unternehmer würden ältere Einheimische gezielt durch junge Billigarbeitskräfte aus dem Ausland ersetzen, lässt der Industrielle nicht gelten. Für die Maschinenindustrie zumindest sei dies «höchstens ein sehr seltenes Phänomen ». Er gesteht allerdings, dass die Entwicklung im Migrationsbereich auch ihn beunruhigt. Für Gegensteuer würde er den Hebel allenfalls bei den Sozialwerken ansetzen.
Die Sozialdemokraten möchten die Probleme vor allem über schärfere Kontrollen
der Arbeitgeber angehen. Der hohe wirtschaftliche Druck führe nämlich zu verstärkter Lohndumping-Gefahr, meint etwa SP-Nationalrat André Daguet. Wie stark drücken die Ausländer den Lohn der Schweizer tatächlich? Und nehmen sie den Einheimischen wirklich die Jobs weg? Diese Zeitung gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Interview, MZ 27. November 2009

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